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Blog · Schädlingsbekämpfung Dresden

Asiatische Hornisse in Sachsen: erkennen, melden und warum Nester jetzt im Herbst auffallen

Asiatische Hornisse in Sachsen

Die Bäume werden kahl, und plötzlich hängt da oben in der Krone eine braune Kugel, groß wie ein Medizinball. Viele Dresdner sehen in diesen Wochen zum ersten Mal ein Nest, das den ganzen Sommer über im Laub versteckt war. Seit dem 9. August 2026 ist klar, dass es auch das Nest einer Asiatischen Hornisse sein könnte: An diesem Tag wurde die Asiatische Hornisse in Sachsen zum ersten Mal nachgewiesen, in Leipzig-Grünau, bestätigt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Wir sind Schädlingsbekämpfer in Dresden und bekommen gerade viele Fragen dazu. Hier lesen Sie, woran Sie die Asiatische Hornisse erkennen, warum ihre Nester ausgerechnet jetzt auffallen, wie Sie einen Fund richtig melden und wann Sie wen anrufen sollten.

Kurz gesagt: Die Asiatische Hornisse ist fast schwarz, hat gelbe Beinenden und eine orange Binde am Hinterleib. Halten Sie von einem Nest mindestens fünf Meter Abstand, machen Sie aus sicherer Entfernung ein Foto und melden Sie den Fund über das sächsische Meldeportal. Versuchen Sie nie, das Nest selbst zu entfernen: Die meisten Verdachtsfälle sind unsere heimische Hornisse, und die steht unter besonderem Schutz.

Wo die Asiatische Hornisse in Sachsen schon ist

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde 2014 zum ersten Mal in Deutschland gefunden. Seitdem breitet sie sich nach Angaben des NABU Leipzig um etwa 80 Kilometer pro Jahr aus (L-IZ). Im August 2026 filmte ein Imker in Leipzig-Grünau eine Hornisse an seinem Bienenstock. Kurz darauf wurde das Nest hoch in einer Lärche gefunden und mit einer Drehleiter der Feuerwehr entfernt. Auch in Sachsen-Anhalt gibt es inzwischen Nachweise, etwa in Barleben bei Magdeburg.

Von Leipzig bis Dresden sind es rund 100 Kilometer Luftlinie. Bei diesem Tempo ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Art auch Dresden erreicht. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn Sie in der Nähe hoher Bäume wohnen, etwa am Rand der Dresdner Heide in Klotzsche oder an den Elbhängen in Loschwitz, oder wenn Sie Bienen halten.

Asiatische Hornisse erkennen: der Vergleich mit unserer Hornisse

Auf den ersten Blick sehen sich beide ähnlich. Der zweite Blick auf die Beine und den Hinterleib reicht meist aus:

MerkmalAsiatische HornisseEuropäische Hornisse
Grundfarbedunkelbraun bis schwarzrötlich-braun
BeineEnden gelb, wie „gelbe Socken“rötlich-braun
Brustschwarzschwarz und rötlich-braun
Hinterleibdunkel, schmale gelbe Binde vorn, breite orange Binde hintenüberwiegend gelb mit schwarzen Streifen
Größe Arbeiterin1,5 bis 2,4 cm1,8 bis 2,5 cm
Königinbis 3 cmbis 3,5 cm

Die Werte stammen aus dem Infoblatt des Freistaats Sachsen. Ein typisches Verhalten verrät sie außerdem: Die Asiatische Hornisse steht oft wie ein Hubschrauber vor Bienenstöcken in der Luft und fängt heimkehrende Bienen ab. In Städten machen Honigbienen bis zu zwei Drittel ihrer Beute aus.

Asiatische Hornisse mit gelben Beinen neben einer Europäischen Hornisse zum Vergleich

Diese Doppelgänger werden oft verwechselt

Viele Verdachtsmeldungen stellen sich am Ende als heimische Arten heraus. Häufig verwechselt werden:

  • die Europäische Hornisse, die größer und deutlich rötlicher ist
  • die Riesenholzwespe, Weibchen bis 4,5 cm lang und mit einem langen Legebohrer
  • die Dolchwespe, glänzend schwarz und behaart mit gelben Flecken am Hinterleib
  • Wespen, die deutlich kleiner sind und graue Nester mit dem Eingang immer unten bauen

Genau deshalb ist ein Foto so wichtig, bevor irgendjemand etwas unternimmt.

Warum die Nester jetzt im Herbst auffallen

Das Volk der Asiatischen Hornisse zieht im Lauf des Jahres um. Laut dem sächsischen Infoblatt läuft das so ab:

  1. Frühjahr: Ab etwa Mitte April baut die Königin ein kleines Gründungsnest an geschützten Stellen, zum Beispiel unter Dachvorsprüngen oder Balkonen.
  2. Frühsommer: Ab Ende Mai entsteht das Primärnest.
  3. Ab Juli: Das Volk baut ein Sekundärnest, meist in Bäumen, die über zehn Meter hoch sind. Es ist rund bis birnenförmig, bräunlich, hat den Eingang an der Seite und misst im Spätsommer 50 bis 80 Zentimeter in der Breite.

Im Sommer verdeckt das Laub dieses Nest fast vollständig. Fällt im Oktober das Laub, liegt es frei. Gleichzeitig ist das Volk jetzt am größten, und es fliegen so viele Tiere ein und aus wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. Im Spätherbst verlassen pro Nest im Schnitt 300 bis 500 junge Königinnen den Bau, um zu überwintern und im Frühjahr neue Völker zu gründen. Ein Nest, das jetzt gemeldet wird, kann diese Ausbreitung noch bremsen.

Zum Vergleich: Unsere heimische Hornisse baut fast nie frei im Baum. Sie zieht in Baumhöhlen, Nistkästen, Schuppen oder Rollladenkästen, und ihr Nest ist unten offen. Ein Hornissennest unter den Dachziegeln ist also fast immer die geschützte heimische Art. Mehr dazu in unserem Ratgeber Hornissennest am Dach.

Rundes Nest der Asiatischen Hornisse in einer kahlen Baumkrone

Nest oder Hornisse entdeckt: So melden Sie richtig

Sachsen bittet ausdrücklich darum, jeden Verdacht zu melden. So gehen Sie vor:

  1. Abstand halten. Mindestens fünf Meter, auch wenn das Nest hoch hängt. In Nestnähe verteidigen die Tiere ihre Brut heftig.
  2. Foto oder Video machen. Aus sicherer Entfernung, gern mit Zoom. Ohne Bild kann das Landesamt die Meldung nicht prüfen.
  3. Ort und Zeit notieren. Adresse oder Standort, Datum, Uhrzeit, Höhe des Nests.
  4. Melden. Über das Meldeportal für Arten des Landesamtes, mit Foto und Kontaktdaten für Rückfragen.

Nach der Meldung prüfen Fachleute das Bild. Bestätigt sich der Verdacht, koordinieren das Landesamt, die Untere Naturschutzbehörde und örtliche Imker- und Naturschutzverbände die Suche und die Beseitigung des Nests.

Töten, entfernen, umsiedeln: Was erlaubt ist

Die Asiatische Hornisse steht auf der EU-Liste der invasiven gebietsfremden Arten. Deutschland stuft sie seit 2025 als bereits weit verbreitet ein. Die Behörden müssen deshalb nicht mehr jedes Vorkommen sofort beseitigen. Sachsen bittet aber um jede Meldung.

Selbst Hand anlegen sollten Sie trotzdem nicht. Ein Nest darf nach Angaben des Landesamtes nur nach Rücksprache mit Fachleuten entfernt werden, also mit der Naturschutzbehörde oder Wespen- und Hornissenberatern. Der Grund ist die Verwechslungsgefahr: Die Europäische Hornisse ist besonders geschützt. Sie darf nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Stört ein Nest der heimischen Hornisse, bleibt nur die Umsiedlung mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Wespe, Hornisse oder Asiatische Hornisse: Wen Sie wann rufen

Im Herbst rufen bei uns viele an, die nicht wissen, was da eigentlich fliegt. Als Faustregel hilft diese Aufteilung:

  • Asiatische Hornisse, auch nur der Verdacht: zuerst über das Meldeportal melden. Wird das Nest bestätigt, läuft die Beseitigung über die Behörden. Sind Sie unsicher, was Sie sehen, bestimmen wir die Art vor Ort.
  • Nest der heimischen Hornisse am Haus: Es bleibt, wenn es niemanden gefährdet. Sitzt es am Kinderzimmerfenster oder im Rollladenkasten neben der Terrasse, können Sie ein Hornissennest umsiedeln lassen. Die Genehmigung klären wir mit der Behörde.
  • Wespen: Auch sie sind geschützt, aber bei echter Gefahr dürfen Sie ein Wespennest entfernen lassen, etwa bei einem Allergiker im Haushalt oder einem Nest im Eingangsbereich. Ein typischer Fall ist das Wespennest im Rollladenkasten.

Was die Wespenbekämpfung oder ein Einsatz bei Hornissen kostet, etwa wenn Sie ein Wespennest entfernen lassen, hängt vor allem von der Höhe und Erreichbarkeit des Nests ab. Bei uns gilt eine feste Einsatzpauschale ab 69 Euro, Anfahrt in Dresden inklusive, zuzüglich Material und Aufwand. Den Gesamtpreis nennen wir Ihnen vor Arbeitsbeginn (Preise). Wir arbeiten in ganz Dresden, von Hornissen in Loschwitz bis zu Hornissen in Klotzsche.

Wespe, Europäische Hornisse und Asiatische Hornisse im Größenvergleich

Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse

Wann verlässt die Asiatische Hornisse ihr Nest?

Im Spätherbst fliegen die jungen Königinnen aus, um an geschützten Stellen zu überwintern. Die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben im Winter. Das Nest steht danach leer und wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen.

Können Hornissen wieder in das gleiche Nest kommen?

Nein. Weder die Asiatische noch die heimische Hornisse nutzt ein altes Nest ein zweites Mal. Jede Königin baut im Frühjahr neu, manchmal aber in der Nähe, weil der Platz gut war.

Soll man die Asiatische Hornisse töten oder nicht?

Einzelne Tiere zu töten hilft wenig, und die Gefahr ist groß, aus Versehen eine geschützte heimische Hornisse zu erwischen. Sinnvoller ist es, das Tier zu fotografieren und zu melden. Nur so lässt sich das Nest finden, und darauf kommt es an.

Warum kommt eine Hornisse immer wieder?

Meist liegt ein Nest in der Nähe, oder sie hat eine gute Futterquelle gefunden: Fallobst, einen Bienenstock oder süße Reste auf der Terrasse. Hornissen fliegen feste Routen. Kommt sie täglich zur selben Stelle, lohnt sich ein genauer Blick, ob es eine Asiatische Hornisse ist.

Sie haben ein Nest entdeckt und sind unsicher, was es ist? Rufen Sie uns an unter 0176 4287 6094. Wir sagen Ihnen, ob Sie melden, abwarten oder einen Kammerjäger in Dresden rufen sollten.

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